Wie ich mich auf „Michael Lost in Europe“ vorbereite

Ich wurde schon von einigen gefragt, wie ich mich eigentlich auf „Michael Lost in Europe“ vorbereite.

Gerne gebe ich dir hierzu heute einen kleinen Einblick.

Natürlich gehört es auch zur Vorbereitung sich eine gewisse Strategie zurechtzulegen, aber diesem Thema werde ich nächste Woche einen eigenen Blogbeitrag widmen.

Hier an dieser Stelle soll es deshalb ausschließlich um die Dinge gehen, die sich noch in Deutschland abspielen.

Legen wir also am besten direkt los!

Die Packliste fällt kurz aus

Packliste

Kennst du das, wenn man verreist und das Gefühl hast etwas Wichtiges vergessen zu haben?

Das kann mir in dem Fall zum Glück kaum passieren.

Meine Packliste fällt nämlich äußerst kurz aus:

  • Rucksack
  • Handy & technisches Equipment zum Aufladen und Streamen
  • Leerer Geldbeutel, in dem sich lediglich mein Personalausweis und meine Krankenversicherungskarte befinden
  • Mein Maskottchen „Muddy“

Um mein One-way-Flugticket muss ich mich nicht kümmern, denn ich habe keine Ahnung wo es hingeht und bekomme dieses erst am Flughafen ausgehändigt.

Geld, Essen, Wechselkleidung, Pflegeartikel, Schlafsack, Decke, Handtücher usw. sind mir hingegen nicht gestattet.

Umso wichtiger also, dass ich eine halbwegs intelligente Kleiderwahl treffe, denn die Temperaturen rund um den 8. März können insbesondere nachts noch ziemlich ungemütlich werden und Regen sollte man als Gefahr ebenfalls nicht unterschätzen.

Alles Weitere muss ich mir vor Ort besorgen, wie auch immer dies ohne Geld funktionieren wird.

Des Weiteren werde ich mir natürlich im Vorfeld noch ein paar Apps auf meinem Handy installieren, also insbesondere eine Reihe von Wörterbüchern, falls weder Englisch noch Hände oder Füße ausreichen.

Mögliche Ziele und Routen abchecken

Europakarte

Ich habe zwar keine Ahnung wo es hingeht, aber ich kenne mein Team.

Die werden mich sicherlich nicht ins benachbarte Frankreich schicken, sondern versuchen es mir so schwer wie möglich machen.

Warum?

Weil die es mögen, wenn der Teamchef leiden muss!

Gewisse Länder scheiden deshalb aus meiner Sicht aus, zumindest als Startpunkt.

Ich habe 2-3 Favoriten, mit denen ich mich intensiver befassen und vielleicht noch mal 2-3 Außenseiter-Tipps, die ich mir zumindest mal grob anschauen werde.

Streng genommen nützt mir das eigentlich nichts, denn mögliche Routen könnte ich auch erst am Flughafen abchecken, das würde nicht viel ändern.

Es macht aber sehr wohl psychologisch einen Unterschied, denn man bildet sich in diesem Moment zumindest ein vorbereitet zu sein und das sollte man nicht unterschätzen, denn ob ich diesen Trip schaffe oder nicht, wird sich letztendlich zu 80% über meinen Kopf entscheiden.

Wichtiger als die eigentliche Route wird es sein, mich mit den besonderen Gepflogenheiten einiger Länder vertraut zu machen.

Doch auch Fragen des Alltags gilt es zu klären, so wie beispielsweise die folgenden:

  • Wo kann ich bedenkenlos Wasser aus dem Hahn trinken und wo nicht?
  • Welche Temperaturen sind nachts zu erwarten?
  • Wie hoch sind meine Erfolgsaussichten mit Englisch bzw. inwieweit wird es wohl erforderlich sein, auf Übersetzungs-Apps zurückzugreifen?
  • Wie sieht es mit dem Autobahnsystem in den jeweiligen Ländern aus?
  • Was ist auf öffentlichen Plätzen erlaubt und was nicht?
  • Wie ist es um die landesspezifischen Lebenshaltungskosten bestellt?
  • usw.

Das klingt jetzt nach einer halbwegs seriösen Vorbereitung, aber faktisch werde ich hierfür nicht mehr als ein paar Stunden aufwenden.

Meine Zeit geht aktuell eher für die Promo drauf und außerdem widerstrebt mir der Gedanke mich tagelang mit einer Vielzahl von möglichen Szenarien zu befassen, von denen am Ende doch nur eines eintritt.

Vielleicht spricht da der böse Betriebswirt aus mir heraus, aber das ist hochgradig unökonomisch!

Dann lieber noch ein paar Spendengelder akquirieren, da ist allen mehr damit geholfen.

Bestimmte Situationen visualisieren

Fokus

Tausend Mal wichtiger ist es mir, bestimmte Situationen im Vorfeld immer wieder zu visualisieren, dazu reichen schon fünf Minuten am Tag.

Überaus erfolgreiche Sportler arbeiten mit dieser Technik und auch ich habe bislang hervorragende Erfahrungen damit gemacht.

Was genau meine ich damit?

Oliver Kahn hat beispielsweise im Champions League Finale 2001 im Elfmeterschießen 3 Elfmeter pariert.

Schau dir hierzu mal kurz das nachfolgende Video an, auch wenn die Qualität jetzt nicht unbedingt die beste ist:

Hast du mal darauf geachtet, wie Oliver Kahn vom Mittelkreis in Richtung Tor gelaufen ist?

Er befand sich voll im Tunnel und war zu 100% fokussiert, keine Spur von Unsicherheit.

Ich garantiere dir, er hat sich in diesem Moment keine Gedanken darüber gemacht, was er jetzt macht – er wusste, was er jetzt macht!

Du kannst nämlich davon ausgehen, dass er diesen Gang zum Tor im Vorfeld schon hunderte Male im Kopf durchgeführt und sich mindestens genauso oft vorgestellt hat, den entscheidenden Elfmeter zu parieren und anschließend den Pokal in die Höhe zu stemmen.

Genau das ist Visualisierung!

Wenn wir uns nicht im Kopf ausmalen können, wie es aussehen wird, wenn wir unser Ziel erreichen, dann werden wir es auch nie erreichen – zumindest wenn es sich um ein ambitioniertes Ziel handelt.

Genau deshalb sehe ich mich vor meinem geistigen Auge immer wieder, wie ich die letzten Meter meines Trips absolviere und mich Schritt für Schritt auf den Michaelsberg in Ludwigshafen zubewege.

Die Vorstellung ist überwältigend und deshalb kann ich auch gar nicht anders als diese Bilder wahr werden zu lassen!

Gleiches mache ich mit bestimmten anderen Situationen, also beispielsweise wie ich Passanten anspreche, wie ich mit Fremdem am Tisch zum Abendessen sitze, wie ich die Nacht bei eisiger Kälte im Freien verbringe, usw.

Ich muss dann nur noch den Film abspulen, den ich bereits lange vorher auf Dauerschleife abgespielt habe.

Das macht die Situation deutlich vertrauter und lässt gewisse Zweifel gar nicht erst aufkommen.

Mir geht es dabei überhaupt nicht darum mich auf jede mögliche Situation einzustellen, die eventuell kommen könnte oder auch nicht, das ist Quatsch.

Mir geht es nur um ein paar wenige wichtige Anker – ansonsten verlasse ich mich ruhigen Gewissens auf meine Straßenschläue und mein Improvisationstalent.

Essen & körperliche Vorbereitung

Über diesen Punkt wirst du jetzt vielleicht überrascht sein, aber auch eine gewisse körperliche Vorbereitung soll mir dabei helfen, meine Reise ins Ungewisse besser zu überstehen.

Was meine ich damit?

Wenn mich zum Beispiel Leute zum Essen einladen, dann kochen sie die doppelte Menge, denn ich bin extrem verfressen.

Hunger ist für uns jedoch kaum ein reales Problem, denn wenn wir Hunger haben, dann gehen wir einfach an den Kühlschrank.

Auf meiner Reise gibt es jedoch keinen Kühlschrank, mit dem ich fest rechnen kann und da ich ohne einen Cent in der Tasche starte, weiß ich auch nicht, inwieweit ich regelmäßig in den Genuss von Essen kommen werde.

Auf Anraten meines Kumpels Sascha, habe ich deshalb im Dezember mit intermediärem Fasten begonnen, das heißt ich esse nur noch zwischen 14:00-22:00 Uhr und das ohne Ausnahme.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass man in den acht Stunden automatisch weniger isst und dass damit der eine oder andere gesundheitliche Vorteil verbunden ist, sondern ist mir bezogen auf meinen Trip auch in zweierlei Hinsicht extrem nützlich:

  1. Mein Körper ist es mittlerweile gewohnt über einen längeren Zeitraum kein Essen zu bekommen und rebelliert nicht gleich.
  2. Mein „Disziplinmuskel“ wird damit gestärkt, denn ich würde schon aus Prinzip weder um 13:59 Uhr noch um 22:01 Uhr etwas essen.

Disziplin ist ein gutes Stichwort, denn es kommt mir ebenfalls zu Gute, dass ich auch auf sportlicher Ebene wieder ein Ziel vor Augen habe.

Im Jahr 2016 habe ich bei Ninja Warrior Germany teilgenommen und war vermutlich in der Form meines Lebens.

Danach gab es jedoch einen spürbaren (Motivations-)Knick.

Zwar nehme ich pro Jahr an über 20 Tough Mudder Läufen teil, aber wenn du das so oft machst und mit einer großen Gruppe an den Start gehst, dann musst du natürlich nicht mehr an dein Limit gehen.

Doch in den letzten Monaten geht es zum Glück wieder extrem bergauf mit meiner Form!

Im Mai 2019 (sofern ich nicht in Europa versacke) nehme ich nämlich mit meinem Team am Europe’s Toughest Mudder in England teil, das ist ein 12-Stunden-Hindernislauf durch die Nacht.

Das wird beinhart!

Mein Training ist in vollem Gange und ich merke, wie sich dieses auch positiv auf mein Business und auf „Michael Lost in Europe“ auswirkt.

Körper und Geist befinden sich im Einklang und wer das harte Training durchsteht, der steht zur Not auch einsame und kalte Nächte durch!

Was man ebenfalls nicht unterschätzen sollte:

Mir hat es wahrlich nie an Selbstbewusstsein gemangelt, aber wenn du merkst, wie du wieder in Form kommst, dann versprühst du vielleicht am Ende des Tages doch noch mal 5-10% mehr Selbstbewusstsein als mit einem Wohlfühlbäuchlein.

Auch das wird mir helfen, denn ob mich die Leute in ihr Auto steigen lassen oder nicht, wird weniger von meinem rhetorischen Geschick, sondern vielmehr von meinem generellen Auftreten und meiner Körpersprache abhängen.

Eine gute körperliche Konstitution wird mir also in vielerlei Hinsicht zu Gute kommen oder zumindest nicht zum Nachteil gereichen!

Nicht zu viele Gedanken machen

Wie ich mich kenne, wird die eigentliche Nervosität erst am Abend vorher oder sogar erst am Morgen selbst eintreten.

In mir selbst ist nämlich fest der Glaubenssatz verankert, dass ich jedes Problem dieser Welt lösen kann und wenn du diesen Glaubenssatz verinnerlichst, dann kannst du relativ entspannt durchs Leben gehen.

Ich weiß nicht welche Probleme mich konkret erwarten werden, aber mir genügt es zu wissen, dass ich in der Lage sein werde eine Lösung zu finden.

Mir ist ebenfalls bewusst, dass ich jede Menge verbocken werde, denn auch das bin ich.

Mein Orientierungssinn ist eine Katastrophe und wenn ich mich zwischen zwei Wegen entscheiden muss, dann wähle ich garantiert den falschen.

Darüber rege ich mich allerdings schon lange nicht mehr auf, sondern trage es mit Fassung und kann über mich selbst schmunzeln.

Immerhin weiß ich diesmal, dass es der allgemeinen Unterhaltung dient!

Unterm Strich mache ich mir also lieber über die Dinge Gedanken, die ich aktuell beeinflussen kann, denn die Probleme, die ab dem 8. März auf mich zukommen, die kann ich jetzt ohnehin noch nicht lösen.

Alles zu seiner Zeit, denn zu einem Leben ohne Kompromisse gehört auch, dass wir unsere Energie clever einteilen und bestmöglich einsetzen, um unsere Ziele zu erreichen.

Fazit & Ausblick

Ich hoffe, dass du jetzt nicht nur einen kleinen Überblick über meine Vorbereitung bekommen hast, sondern auch, dass vielleicht der eine oder andere Aspekt dabei war, aus dem du etwas für dein eigenes Leben ziehen konntest.

Inwieweit sich meine Vorbereitungen als nützlich erweisen, wird sich bald zeigen.

Nun dauert es wirklich nicht mehr lange, denn am 8. März heißt es schon „Michael Lost in Europe“.

Animiere deshalb bitte deine Freunde, mir zahlreich auf Instagram und Facebook zu folgen – das wird sicherlich ein Fest!

Danke vorab und bis in Kürze!