MLIE – Warum ich mich dieser Herausforderung stelle

MLIE Warum ich das mache

Ohne Geld und Gepäck irgendwo in Europa ausgesetzt werden und dazu noch keinerlei Plan haben, wie man wieder zurückkommt – warum in aller Welt macht man sowas?

Diese Frage wurde mir in den letzten Wochen sehr häufig gestellt.

Um ehrlich zu sein finde ich „Michael Lost in Europe“ genauso verrückt wie du und es fällt mir gar nicht so leicht diese Frage zu beantworten.

Ein Erklärungsansatz wäre Alkohol, denn das Ganze klingt nach einer typischen Suff-Wette, aber Fakt ist, dass ich seit über 12 Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr trinke.

Damit lässt sich das Ganze also nicht erklären.

Ich gelte allgemein eher als Kopfmensch, der rational abwägt und dann sein Ding ohne Wenn und Aber durchzieht.

Ab und an bin ich aber auch ein Bauchmensch, der einfach seiner Intuition folgt.

Vielleicht hat meine Intuition manchmal sadistische Züge, ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich mich auf diese im Allgemeinen verlassen kann.

Und meine Intuition sagt mir, dass ich diesen Europa-Trip machen muss, weil mich das Abenteuer meines Lebens erwartet und ich noch meinen Enkelkindern davon begeistert berichten werde!

Schlüssel-Erlebnis vor ca. 5 Jahren

Tramper

Wann dieser Gedanke das erste Mal in mir aufkam, ist schwer zu sagen.

Vermutlich irgendwann unter der Dusche, denn da singe ich nicht nur die absurdesten selbst komponierten Lieder, sondern bewege mich auch mit meinen Gedanken häufig zwischen Genie und Wahnsinn.

Die Idee in ihren Grundzügen verfolgt mich schon seit einigen Jahren, aber ich glaube, dass ich niemals auf diese Idee gekommen wäre, wenn da nicht dieses eine Schlüssel-Erlebnis vor ca. 5 Jahren gewesen wäre.

Damals habe ich als Vertriebsleiter eines kleinen Unternehmens noch Arbeitszeit gegen Geld getauscht und war gerade mit meinem Dienstwagen unterwegs.

Ich fuhr von Essen zurück nach Ludwigshafen und von jetzt auf gleich stand auf der Autobahn alles still.

Ich glaube es war irgendwo Höhe Koblenz, kann es dir aber nicht genau sagen, denn ich bin der Inbegriff der „Generation TomTom“, folge stur der Navi und bin danach wie „geblitzdingst“.

Jedenfalls stiegen wir alle aus den Autos, denn auch nach einigen Minuten tat sich schlichtweg nichts.

Kurz bevor es weiterging, stand da jedoch plötzlich dieser junge Kerl vor mir und fragte mich, ob ich ihn ein Stück mitnehmen könne.

Ich war leicht verdutzt, checkte ihn kurz ab und kam zu dem Ergebnis, dass ich ihm mit meinen Furcht einflößenden 171cm körperlich deutlich überlegen war.

Also willigte ich kurzerhand ein, getrieben von der Neugier, welche Story der Typ mir gleich servieren würde.

Wie sich herausstellte, hatte ich es mit einem professionellen Tramper zu tun und Tramper kannte ich bis dato nur aus Filmen.

Er berichtete mir, dass er irgendwann mit 15 Jahren damit angefangen hätte und sich seit einigen Jahren nur noch auf diese Art und Weise fortbewege.

Er ging sogar einer regelmäßigen Beschäftigung als Erzieher nach und trampt jeden Tag zur Arbeit, ohne auch nur einmal zu spät gekommen zu sein.

Man müsse nur die richtigen Strategien haben und in der Zwischenzeit sei er ganz gut darin, die benötigte Zeit abzuschätzen, meinte er.

Was die Autos anbelangt, so hatte er ein gewisses Beuteschema (möglichst schnell), aber bei den Fahrern zeigte er sich deutlich flexibler.

Frauen würden ihn genauso mitnehmen wie Männer und auch was Alter oder Berufsgruppen anbelangt, zeichnete sich kein klares Bild ab.

Das überraschte mich ehrlich gesagt, aber vielleicht waren die alle einfach nur genauso neugierig wie ich.

Nach ca. einer Stunde ließ ich den jungen Kerl wie gewünscht an einer Raststätte raus und realisierte schnell, dass nicht ich derjenige war, der ihm einen Gefallen tat, sondern umgekehrt.

Er hatte seine Story nämlich vermutlich schon tausend Mal erzählen müssen, ich hingegen hatte eine Stunde Unterhaltung und lernte eine völlig neue Welt kennen.

Krasser Typ!

„Das Leben ist zu kurz für Kompromisse“

Michael & Arny

Was ich eben geschildert habe lässt darauf schließen, woher mein „Geistesblitz“ wohl rührt, aber das Warum erschließt sich dadurch noch lange nicht.

Was veranlasst mich also zu einer solch waghalsigen Aktion?

Mein Motto lautet „Das Leben ist zu kurz für Kompromisse“ und ich glaube ganz fest daran, dass es niemals die Rahmenbedingungen sind, die uns von der Erfüllung unserer Träume abhalten, sondern wenn überhaupt stehen wir uns dabei selbst im Weg.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ehe er sich versieht, zieht das ganze Leben an ihm vorbei, weil er es sich in seiner eigenen Komfortzone viel zu gemütlich gemacht hat.

Keine Frage, die Komfortzone fühlt sich richtig gut an und sie vermittelt uns auch ein Gefühl von Sicherheit, weil wir uns auf gewohnten Pfaden bewegen, doch der Schein trügt.

Was ist schließlich mit der Freiheit, die eigenen Träume zu leben?

Ein Traum charakterisiert sich unter anderem dadurch, dass es sich dabei um etwas handelt, was wir bislang noch nie getan haben und spätestens jetzt solltest du den Widerspruch zur Komfortzone erkennen.

Benjamin Franklin hatte nämlich Recht, als er sagte:

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin)

Freiheit ist für mich persönlich der wichtigste Vermögenswert, den wir besitzen und genau weil das so ist, habe ich meiner Komfortzone schon lange den Kampf angesagt.

Je mehr es mir nämlich gelingt, diese auszuweiten, desto mehr erfahre ich über mich selbst und desto freier kann ich durch die Welt gehen.

Wenn ich es also schaffe, mutterseelenallein irgendwo ausgesetzt zu werden und trotz schwierigster Rahmenbedingungen wieder zurück zu finden, was genau im Leben soll mich dann noch schocken?

Oder um es etwas positiver zu formulieren und es mit den Worten meines Lieblingsautors Hermann Scherer zu sagen:

„Die Qualität unseres Lebens hängt davon ab, mit welcher Qualität von Problemen wir umgehen können.“ (Hermann Scherer)

Ich glaube deshalb, dass mir „Michael Lost in Europe“ ein wichtiger Lehrmeister sein wird, welcher mich zu Dingen befähigt, die ich bislang vielleicht noch nicht mal selbst für möglich gehalten habe.

Und genau deshalb freue ich mich so auf dieses Abenteuer, auch wenn mir schon beim bloßen Gedanken daran mulmig wird!

Anderen ein Vorbild sein

Vorbild sein

Ich bin weder Altruist noch moralisch unangreifbar, aber ich glaube, dass wir die Welt nur dann ein wenig besser machen können, wenn wir selbst mit gutem Beispiel vorangehen.

Albert Schweitzer sah dies offensichtlich ähnlich, denn er formulierte es einst wie folgt:

„Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige.“ (Albert Schweitzer)

Ob ich als Vorbild tauge, das müssen andere beurteilen, aber  es ist zumindest mein eigener Anspruch, mich vorbildlich zu verhalten.

Mit vorbildlich meine ich dabei nicht etwa, mich aalglatt den gängigen gesellschaftlichen Konventionen zu unterwerfen, sondern vielmehr andere dazu zu motivieren, genau diese Konventionen in Frage zu stellen, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln und mehr aus ihrem eigenen Leben zu machen.

Ich betrachte es deshalb auch als großes Privileg, dass ich in den letzten Jahren dank unserer Website mudder-guide.de und zusammen mit meinem Team mehreren tausend Menschen dabei helfen durfte, sich auf ihren ersten Tough Mudder vorzubereiten.

Wer sich nämlich selbst der Herausforderung stellt, einen Hindernislauf mit jeder Menge Schlamm zu absolvieren und dabei unter anderem Hindernisse mit Eiswasser und Strom meistert, der ist im Ziel der glücklichste Mensch der Welt und ich weiß, welche positiven Folgeeffekte das im normalen Leben mit sich bringt.

Als Teamcaptain, Blogger und 78facher Teilnehmer ist mir bewusst, dass meine Worte und Taten ein gewisses Gewicht haben und dass ich unter besonderer Beobachtung stehe.

Das empfinde ich jedoch nicht als Last, ganz im Gegenteil, das treibt mich an.

Und so hoffe ich auch bei „Michael Lost in Europe“, dass ich nicht nur von dir profitieren werde, sondern auch du von mir.

Es geht nicht darum, dass du dich am Ende auch irgendwo in Europa aussetzen lässt, das wäre Quatsch.

Überlasse solche Aktionen gerne den Bekloppten.

Wenn du aber am Ende sagst „Wenn der Mensch mit dem weltweit schlechtesten Orientierungssinn DAS geschafft hat, dann schaffe ich auch XY“, dann stoße ich gedanklich mit dir mit meinem Wasser an!

Geld für die eigentlichen Helden

 

Michael Lost in Europe Kinderkrebsstiftung

Keine Frage, meine Aktion ist crazy, aber das was ich dabei leiste ist nichts im Vergleich zu dem, was andere durchmachen.

Mich macht es fast schon wütend, wenn ich Menschen sehe, denen eigentlich die Sonne aus dem Ar*** scheint, aber die nur am Jammern sind wie furchtbar doch alles sei.

Das ist für mich nichts anderes als Betrug am eigenen Leben!

Und genau deshalb möchte ich mit meiner Aktion vor allem diejenigen unterstützen, die ihr eigenes Leben trotz widrigster Umstände zu schätzen wissen und von denen wir uns alle eine Scheibe abschneiden können.

Ich spreche von krebskranken Kindern, die trotz schlimmster Strapazen ihr Lachen nicht verloren haben und mehr Optimismus und Souveränität versprühen als die meisten kerngesunden Erwachsenen.

Das imponiert mir sehr und deshalb freue ich mich auch wahnsinnig darüber, mit der Deutschen Kinderkrebsstiftung zusammen zu arbeiten.

Mein Ziel ist es, im Rahmen von „Michael Lost in Europe“ eine fünfstellige Summe für die Deutsche Kinderkrebsstiftung einzuspielen, denn dort ist das Geld bestens aufgehoben.

Die Kids werden mich motivieren bei der Stange zu bleiben, denn mir ist klar, dass Aufgeben für sie ebenfalls keine Option wäre.

In meinen Augen wärst deshalb auch du ein wahnsinnig cooler Dude, wenn du dich an der Spendenaktion beteiligen würdest!

20 EUR tun keinem von uns weh und wenn doch, dann ist auch schon damit geholfen, wenn du fleißig die Werbetrommel rührst und möglichst vielen Leuten in deinem Bekanntenkreis von dieser Aktion berichtest.

Wie du die Aktion und die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützen kannst, erfährst du hier.

Ich hoffe du hast jetzt eine ungefähre Ahnung, was mich zu diesem Trip veranlasst hat und verstehst nun auch, warum dieser im Grunde genommen nur eine Metapher für unser aller Leben ist.

Vielen Dank für deinen Support und schon jetzt viel Spaß, wenn es ab 8. März heißt „Michael Lost in Europe“!